9. Der Ratturm
9. Der Ratturm

9. Der Ratturm

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Piața Mică 1, Sibiu 550182, Romania

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Bevor Sie auf den Kleinen Ring gehen, bleiben Sie kurz stehen und bewundern sie ein Wahrzeichen der Stadt, den Ratturm. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, dient dieser Turm auch als Logo der „Sibiu City App“. Der Turm könnte das Symbol „der kulturellen Diversität und der Brücke zwischen Erbe und Zukunft“ sein, wie es auf den 2007 am Turm angebrachten Tafeln steht.

Wenn Sie sich den Turm genauer anschauen, werden Sie zwei steinerne Löwen sehen, die vermutlich aus der zweiten Bauphase stammen. 

Der Turm hat zwei Durchgänge, der eine direkt unter dem Turm und der andere durch das links anliegende Haus. Letzterer wurde 1930 neu gebaut. 

Im 13. Jahrhundert diente der Durchgang unter dem Turm als Eingang in die Stadt vom zweiten Bering aus.

Der Turm ist oft durch Naturkatastrophen oder durch Brände zerstört worden und wurde somit im 17. Jahrhundert neu gebaut. Das aktuelle Dach stammt aus dem 19. Jahrhundert. In einem bekannten Ölgemälde von Franz Neuhauser erkennt man, dass der Turm ein Hauptdach flankiert von vier Ecktürmchen hatte (ähnlich der evangelischen Stadtpfarrkirche). Der Ratturm hat über die Jahrhunderte mehrere Rollen gehabt: Befestigungsturm, Feuerwehrturm, Getreidelager, Gefängnis, Museum. 

Heutzutage erfreuen sich die Besucher des Ratturms an einer tollen Aussicht aus den oberen Fenstern der Turms. Um da anzukommen muss man 141 Stufen hoch steigen. Sie glauben es nicht? Dann zählen Sie nach. 


🤔 Wussten Sie dass:

🔎  der Turm „Ratturm“ heißt, weil das rechts von ihm liegende Haus das erste Rathaus Hermannstadts beherbergt hat?

🔎 bei optimalen Wetterbedingungen, vom südlichen Fenster, die Gipfel der Fogarascher Berge in den Südkarpaten gut zu sehen sind?

🔎 der Ratturm 2019 von knapp 60.000 Leuten besucht worden ist?

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Die Statue des Nicolaus Olahus liegt vor der Gabelung der Sporergasse (Strada Magheru) mit der Reispergasse. Obwohl es eine der ältesten Straßen der Stadt ist (16. Jahrhundert), deuten die Fassaden darauf hin, dass hier Handwerks- und Adelsfamilien, später Händler und Persönlichkeiten der Stadt gewohnt haben. Die Anfang des 20. Jahrhunderts renovierten Gebäude erinnern an den Jugendstil. In der Reispergasse steht eines der ältesten Häuser der Stadt, das „Böbelhaus“. Dieses hat seinen gotischen Baustil beibehalten, was man auch an dem gotischen Treppengiebel erkennen kann. Das Haus trägt den Namen des Bäckers und Künstlers Johann Böbel, der hier gewohnt hat. Bekannt ist er als Künstler durch das „Böbel-Album“ geworden, ein Album mit Gemälden der heute nicht mehr vorhandenen Befestigungsanlagen und Stadttoren. Wenn Sie Ihren Spaziergang Richtung Großen Ring fortsetzen, werden Sie zu Ihrer Rechten, , auf Nummer 11, ein imposantes Gebäude mit einer schön dekorierten Fassade sehen, das im 18. Jahrhundert den Sitz der Freimaurerloge Heiliger Andreas zu den drei Seerosen beherbergt hat. Die Symbole an der Fassade erinnern noch daran. Ein Teil der Gebäude in der Reispergasse sind auf dem dritten Bering gebaut worden. Am besten ist dies im Hof der Reispergasse Nr. 9 zu sehen, also trauen Sie sich. Bevor Sie auf dem Großen Ring ankommen, können Sie hier noch einen der schönsten Innenhöfe der Stadt sehen. Gehen Sie dafür unter dem Tordurchgang des Hauses Nr. 8, welches einen Balkon hat auf dem das Monogramm „BB“ (Baron Brukenthal) zu sehen ist, hindurch.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎 um Teile des dritten Berings zu sehen, müssen Sie von der Reispergasse links unter der Schülerpassage in die Neustift (Strada Movilei) abbiegen? 🔎 in der Reispergasse während der Revolution 1848 Persönlichkeiten wie Simion Bărnuțiu, George Barițiu, Nicolae Bălcescu, Timotei Cipariu und Avram Iancu gewohnt haben? 
Strada Avram Iancu, Sibiu, Romania
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 Beginnen Sie eine Reise durch die engen Gassen der Stadt. Dabei werden Sie auf Schritt und Tritt von den „Augen“ auf den Dächern der Stadt beobachtet. Begeben Sie sich Richtung Bischofsplaais (Hauptsitz des Landeskonsistoriums und des Bischofs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien). Auch noch als das „Filek Haus“ bekannt, handelt es sich um ein hohes Haus mit einer grauen Fassade. Gegenüber liegt heute das Gheorghe Lazăr-Gymnasium. Diese Schule haben unter anderen Persönlichkeiten wie der Pädagoge Gheorghe Lazăr, der Dichter Octavian Goga und der Philosoph Emil Cioran besucht. Folgen Sie der Sporergasse bis zur „Kleinen Erde“ (Strada Filarmonicii) und biegen Sie hier rechts ab. Die erste Straße links ist die Franziskanergasse (Strada Șelarilor) wo sich die im gotischen Stil gebaute und barock umgebaute Franziskanerkirche befindet. Zögern Sie nicht, die ersten Stufen herunter zu gehen um sich an der barocken Inneneinrichtung zu erfreuen. Am Ende der Franziskanergasse ist der vierte Befestigungsring zu sehen. Finden Sie die engste Straße links und folgen Sie dieser um zurück auf der Sporergasse zu gelangen. Zurück auf der Sporergasse werden Sie zu Ihren Rechten die griechisch-katholische Ursulinenkirche sehen. Diese wurde im 15. Jahrhundert von den dominikanischen Mönchen im gotischen Stil erbaut. Nach der Reformation diente diese als Getreidelager, bis 2 Jahrhunderte später als die Nonnen des Ursulinen Ordens die Kirche im barock Stil renovieren. Vor der Kirche sehen Sie die Statue des Humanistens , Historikers, Politikers und Erzbischofs von Esztergom, Nikolaus Olahus. Dieser wurde am 10 Januar 1493 in Hermannstadt geboren. Wenige erinnern sich, dass durch die Sporergasse die Schmalspurbahn aus Reschinar (Rasinari) bis zum Hauptbahnhof verlief. Da der Aufstieg bei der Ursulinenkirche der steilste war, mussten oftmals die Leute aussteigen damit es diese den Hügel schafft. 🤔 Wussten Sie dass: 🔍 das Gheorghe Lazăr Gymnasium bis 1849 das Jesuiten Gymnasium mit lateinischer Unterrichtssprache gewesen ist? Bis 1868 war es ein deutsches Gymnasium, danach diente es bis 1919 als ungarisches Staatsgymnasium und ist bis heute ein rumänisches Gymnasium. 🔍 Die Franziskanerkirche 2011 als Filmkulisse für den Hollywood Film „Ghost Rider“ mit Nicolas Cage diente? 🔍 Im Triumphbogen der Ursulinenkirche die Inschrift „Haec Aedes Pietate Mariae Theresiae Reginae Augustae Fuita Ac Restavrata Est“ zu lesen ist (Dieser Sakralbau wurde mit Hilfe der Königin Maria Theresia restauriert). 
Strada Șelarilor 14, Sibiu 550166, Romania
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Während sich die Bürger der Stadt im Mittelalter auf dem Großen Ring trafen, um öffentlichen Hinrichtungen beizuwohnen, treffen sie sich heutzutage, um bei Konzerten und Veranstaltungen dabei zu sein. Der Große Ring war und ist der Schauplatz der wichtigsten historischen Ereignisse.  Hier haben sich beim EU-Summit 2019 alle Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten getroffen. Hier hat das Projekt „Europäische Kulturhauptstadt 2007“ Start und Abschluss gefeiert. Die Agenda der Ereignisse beginnt im Frühling mit dem „Ostermarkt“. Es folgt im Mai das „Jazzfestival“. Ende Mai findet der „Hermannstädter Marathon“ statt. Im Juni verwandelt sich der Große Ring in eine Bühne für die Vorstellungen im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals. Hier starten auch die darauf folgenden Sportevents wie die „Hermannstädter Radtour“ und die „Hermannstädter Rallye“. Im August treffen sich die Rock-Fans beim „Artmania Festival“ und die Liebhaber der klassischen Musik beim „Classic for Pleasure Festival“. Für Folklore Begeisterte bietet sich, das „Cântecele Munților“-Festival (Lieder der Berge) an. Der September beginnt mit dem Töpfermarkt und endet mit dem „Cibinfest“. Der Oktober widmet sich dem „Astra Film Festival“, und sobald der Wind den Winter bringt, wird hier der Weihnachtsmarkt eröffnet.  Tausende Menschen Hermannstadts und viele Besucher feiern gemeinsam Silvester am Großen Ring. Sobald die Feiertage zu Ende sind, wird bis zum Frühling erst einmal alles wieder still.  🤔 Wussten Sie dass: 🔎 das Internationale Theaterfestival die Stadt für 10 Tage in eine Bühne verwandelt? 🔎 die künstlerischen Darbietungen tausende Zuschauer anziehen?  🔎 das Internationale Jazzfestival zum ersten mal 1977 organisiert wurde, und dass es somit zum ältesten Festivals des Landes zählt?  🔎 das „Cântecele Munților Festival“ vom Ensemble „Cindrelul-Junii Sibiului“ organisiert wird? Dieses Ensemble wurde 1944 gegründet und ist das erste professionelle Folkoreensemble Rumäniens.  🔎 am 5. Dezember 1703 Johannes Sachs von Harteneck am Großen Ring öffentlich hingerichtet wurde? Grund dafür waren Interessenkonflikte zwischen dem Habsburgischen Reich und dem Hermannstädter Bürgermeister.  
Piața Mare, Sibiu, Romania
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Was macht Hermannstadt so bedeutend? Sind es die in Pastellfarben gestrichenen Häuserfassaden, die „Augen“, die über die Stadt wachen oder ganz einfach die dahinter versteckten Geschichten?  Das Haus rechts vom Brukenthalpalais erinnert an Johanna Balk, die sich eine Nadel ihrer Brosche ins Herz gestochen hat, um ihrem Ehemann treu zu bleiben.  Das Haus daneben beherbergte die Apotheke „Zum schwarzen Adler“. Im gleichen Haus, auch noch als das „Möringer Haus“ bekannt öffnete im 18. Jahrhundert das erste Hermannstädter Theater.  Links von der Mündung der Heltauergasse mit dessen 13 Fenstern zum Großen Ring hin steht das „Generalhaus“. Der Innenhof dieses Gebäudes wurde so abgeändert, um den ,,Generalloch“ genannten Durchgang zur Armbrustergasse (Strada Arhivelor) zu ermöglichen. Weiter links vom Generalhaus befindet sich das „Hecht Haus“, benannt nach seinem Besitzer Georg Hecht, welcher u. a. auch Bürgermeister der Stadt gewesen ist. Hier öffnet im 18. Jahrhundert das erste Postamt seine Türen. Dieses Gebäude diente später auch als Hauptsitz der Sächsischen Nationsuniversität.  Die steinernen Fensterrahmen und die angemalten Löwen lenken den Blick auf das „Haller Haus“. Zögern Sie nicht, durch das Portal in den Innenhof zu gehen, wo Sie den Wohnturm der Familie Haller entdecken können. Einige Häuser weiter links erhebt sich das Gebäude, wo sich heute der Sitz des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien befindet. Gegenüber liegt das „Lutsch Haus“ welches über die Jahrhunderte als Wirtshaus, Buchhandlung, Apotheke, Brauerei, Kasino und Restaurant funktionierte. Heute ist es der Sitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt. An der Nordseite des Großen Rings befindet sich die im 18. Jahrhundert erbaute römisch-katholische Dreifaltigkeitskirche. Die Gottesdienste werden hier in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache gehalten, was auf die Tradition der ethnischen und konfessionellen Toleranz in der Stadt hindeutet. Daneben in Richtung Ratturm steht das Stadtpfarramt, das ehemalige Jesuitenkloster.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎  im Erdgeschoss des Hauses mit der Nr. 9, im 19. Jahrhundert, das erste Fotoatelier Siebenbürgens in Betrieb war? Die Werkstatt gehörte der ersten Fotografin auf dem Gebiet des heutigen Rumänien, Kamilla Asboth (1838-1908). 🔎 zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, das „Blaue Haus“ der Hauptsitz der deutschen Gestapo gewesen ist?  🔎 Sie online, Dank der Webcams, die Sie auf der Sibiu City App finden, stets sehen können, was auf dem Großen Ring passiert?  
Piața Mare, Sibiu, Romania
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5.0 1 review
Beim Verlassen des Touristeninformationszentrums betreten Sie den Großen Ring, das Herz der Stadt. Dieser hat sich über die Jahrhunderte, entsprechend der geschichtlichen Ereignisse verwandelt. Die Konturen dieses Platzes konkretisieren sich nachdem Hermannstadt das Recht erhalten hat, regelmäßige Märkte zu organisieren. Nachdem Hermannstadt auch das Recht der Gerichtsbarkeit erhielt, fanden bis ins 18. Jahrhundert hier auch die öffentlichen Hinrichtungen statt. Auf dem Großen Ring wurden auch die städtischen Getreidekammern angelegt. Die Standorte dieser Getreidekammern sind heute durch fünf schwarze Marmorplatten sichtbar gemacht. Nicht weit von hier sehen Sie ein aus roten Steinen markiertes, Pentagon welches den ehemaligen Standort der Statue von Johannes von Nepomuk darstellt. Einige Schritte weiter erinnert eine Gedenktafel an die gefallenen Helden der Revolution 1989. Daneben markiert ein Kreis aus roten Steinen die Stelle des ersten Röhrenbrunnens der Stadt. Von 1984 bis 2004 hat die Statue des Pädagogen Gheorghe Lazăr den Großen Ring beherrscht. Heute steht eine neue Version der Statue von Gheorghe Lazăr vor dem Ratturm. Gen Osten markiert ein weiterer roter Kreis den Ort des Prangers, geschmückt mit einer Säule, auf der die Rolands Statue stand. Dieser symbolisierte die Autorität und die legislative Autonomie Hermannstadts. Stellen Sie sich die vielen Generationen vor, die zu Fuß, in Pferdekutschen, Omnibussen, Straßenbahn und Autos über den Großen Ring gingen und fuhren, um sich hier zu treffen.  Hier hatten die Bürger die Möglichkeit gehabt, bei öffentlichen Hinrichtungen bis zu Feiern wichtiger Städteereignisse dabei zu sein.  Das heutige Aussehen des Großen Rings spiegelt die Geschichte und Kultur der Stadt wieder.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎 der Große Ring 142 Meter lang und 93 Meter breit ist? 🔎 auf dem Großen Ring im 18. Jahrhundert das „Narrenhäusel“ aufgestellt wurde, wo diejenigen ,,ausgestellt“ wurden, welche die Nachtruhe störten? 🔎  die 1734 auf dem Großen Ring aufgestellte Nepomukstatue  1948 abgetragen wurde und heute im Innenhof des ehemaligen Jesuitenklosters (heute römisch-katholisches Stadtpfarramt) steht?      
Piața Mare, Sibiu, Romania
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Dieses Gebäude ist einzigartig auf dem Großen Ring. Die Fassade besteht aus einem hohen Tor und einem hohen Dach bestehend aus zwei Stufen. Diese Elemente deuten auf die Zeitspanne hin, in der die Bauarbeiten stattfanden: österreichischer Spätbarock - 18. Jahrhundert in Siebenbürgen. Dieses solide Gebäude beherbergt das erste öffentliche Museum aus Südosteuropa und das dritte der Welt. Das Museum wurde 1817 für die Besucher geöffnet, 14 Jahre nach dem Tod Gründers, Baron Samuel von Brukenthal. Brukenthal ist einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte Hermannstadts und Siebenbürgens. Am Hof der Kaiserin Maria Theresia war er der Vertreter der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft und später wurde er Berater der Kaiserin. 1777-1787 war er Gubernator von Siebenbürgen. Seine Leidenschaft für Kunst, Literatur, Kartographie, Münzkunde und Wissenschaften machte aus ihm einen Sammler von Kunst, Büchern, Münzen, Mineralien und von weiteren Wertsachen, die in seinem Palais am Großen Ring untergebracht wurden. Er kämpfte gegen das neue Verwaltungssystem von Kaiser Joseph II., zwecks des Erhalts der Rechte der Nationen in Siebenbürgen. Brukenthal beschäftigte sich auch mit der Entwicklung der Landwirtschaft und mit der Viehzucht.
Piața Mare 4 - 5, Sibiu 550163, Romania
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3.67 3 reviews
Hermannstadt wurde erstmals am 20. Dezember 1191 in einer päpstlichen Urkunde unter dem Namen „Cibinium“ erwähnt. Die Siedlung wurde im 12. Jahrhundert von Sachsen gegründet, die auf Einladung von König Géza II. nach Südsiebenbürgen kamen, um die Grenzen von Ungarn zu verteidigen. Als Gegenleistung für ihre militärischen Dienste wurden die Sachsen mit Privilegien bedacht. Die Goldene Bulle, die 1224 von König Andreas II. von Ungarn ausgegeben wurde, legte einige dieser Privilegien fest.  Im Jahr 1366 wurde die Stadt zum ersten Mal unter dem Namen „Hermannstadt“ urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit hatte die Stadt etwa 1900 Einwohner sowie 13 Handwerkszünfte, die zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt maßgeblich beitrugen. In demselben Jahrhundert wurden auch schon ein Spital, eine Bibliothek, eine Schule und eine Münzanstalt erwähnt. Als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung, der Urbanisierung und der Vollendung des Festungssystems wurde Hermannstadt im Jahre 1692 zur Hauptstadt Siebenbürgens erklärt. Bis 1791 blieb dieser Status erhalten. Hermannstadt hielt mit den anderen Städten der damaligen Zeit Schritt und entwickelte sich weiter. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde das erste öffentliche Museum in Südosteuropa eröffnet (1817), die Eisenbahnstrecke Hermannstadt – Klein-Kopisch gebaut (1872) und die Elektrizität eingeführt (1897).  Der 1. Dezember 1918 markiert die Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien und somit einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Stadt. Die ethnische Struktur von Hermannstadt veränderte sich ebenfalls. Es folgte eine massive Auswanderung der sächsischen Bevölkerung und eine Zuwanderung von Rumänen aus anderen Regionen. Die Stadt passte sich dem Zeitalter der Industrialisierung an.  Im Dezember 1989 war Hermannstadt eine der ersten Städte des Landes, die sich der Revolution gegen das kommunistische Regime in Rumänien anschloss.  Im Jahr 2007, als Rumänien der Europäischen Union beitrat, war Hermannstadt in Partnerschaft mit Luxemburg und der Großregion Europäische Kulturhauptstadt. 2011 wurde Hermannstadt als einziges Reiseziel in ganz Rumänien mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet. 2019 erhielt auch das ASTRA Museum ebenso viele Michelin-Sterne.  Der 9. Mai 2019 ist dank des hier abgehaltenen informellen Gipfels der EU-Staats- und Regierungschefs in die Geschichte von Hermannstadt eingegangen. 2019 wurde die gesamte Region zur Europäischen Gastronomieregion ernannt.  Im Juni 2019 besuchte Papst Franziskus anlässlich seiner apostolischen Reise nach Rumänien auch Hermannstadt. 2021 - 2022 ist Hermannstadt die Europäische Hauptstadt des Wanderns. 🤔 Wussten Sie schon?  🔍 Hermannstadt besitzt eine Chronik der wichtigsten Ereignisse von 1100 bis 1929, welche von dem Historiker, Ethnographen und Schriftsteller Emil Sigerus (1854 - 1947) verfasst wurde. 🔍 Einige der wichtigsten Daten in der Geschichte der Stadt und des heutigen Rumäniens sind: 1494 - die erste Apotheke, 1525 - die erste Druckerei, 1534 - die erste Papierfabrik, 1544 - das erste Buch in rumänischer Sprache, 1555 - Conrad Haas entwickelte die erste Mehrstufenrakete auf der Welt; 1717 - die erste Bierbrauerei. 🔍 Zu den kollektiven Rechten der Siebenbürger Sachsen zählten die Steuerfreiheit und das Recht, den Königsrichter und später den Bürgermeister der Stadt frei zu wählen. 🔍 Einer der Spitznamen von Hermannstadt ist „Rote Stadt“. Diesen Namen erhielt die Stadt nach mehreren gescheiterten Belagerungen durch die Osmanen, vielleicht wegen den roten Ziegelmauern. 
Piața Mare, Sibiu, Romania
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5.0 4 reviews
Hallo und herzlich willkommen zu dieser Audioführung, die Sie auf einen Spaziergang zur  Erkundung von Hermannstadt einlädt. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, etwa 1-2 Stunden und entdecken Sie einen Teil der Altstadt in unserer Begleitung. Besorgen Sie sich einen Stadtplan und reisen Sie mit uns durch Raum und Zeit. Hören Sie sich die Geschichten an und lassen Sie sich verführen!   Sie befinden sich gerade im Touristeninformationszentrum des Bürgermeisteramtes von Hermannstadt, wo wir Sie herzlich willkommen heißen und zugleich hoffen, Sie als Freund oder Freundin wiederzusehen. Nachdem Sie sich über die aktuellen Veranstaltungen informiert haben, möchten Sie sich vielleicht die laufende Ausstellung ansehen oder ganz im Gegenteil sich sofort auf den Weg machen.   Betreten Sie den Innenhof, wo die Geschichte der Stadt am Zibin beginnt. Genau an diesem Ort fand 2019 das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union statt. Zudem wurden hier viele wichtige Veranstaltungen der Stadt abgehalten. Sie brauchen sich aber nicht zu beeilen. Bewundern Sie den Ort, an dem Sie sich gerade befinden und lassen Sie sich von den Architekturelementen des Jugendstils verzaubern. Betrachten Sie die hinaufführende Wendeltreppe oder die Verzierungen der Buntglasfenster, in die das Stadtwappen eingearbeitet ist: zwei gekreuzte Schwerter, drei Blätter und eine Krone auf einem dreieckigen roten Schild. Diese Elemente werden Sie auch an der Glasvitrine mit dem Stein wiederfinden, in den Hermann, der Anführer der sächsischen Siedler, der Legende nach sein Schwert hineinstieß und auf diese Weise andeutete, dass dieses Gebiet zur neuen Heimat werden soll. Die anderen folgten seinem Beispiel zustimmend nach und so entstand das Symbol dieser Siedlung. Das geschah im 12. Jahrhundert, als Hermannstadt in einer päpstlichen Urkunde unter dem Namen „Cibinium“ erstmals erwähnt wurde. Daher lautet auch die Devise der Stadt wie folgt:„Hermannstadt, jung seit 1191”!    🤔  Wussten Sie schon? 🔍 Das Bürgermeisteramt von Hermannstadt befindet sich in einem der jüngsten Gebäude am Großen Ring. 🔍 Die Bauarbeiten an dem Gebäude, das als Sitz der damaligen Bodenkreditanstalt dienen sollte, wurden 1906 abgeschlossen.
2, Samuel Brukenthal, Entrance F (from Piaţa Mare), Sibiu 550178, Romania